Heute gibt es die Geschichte von mir und Bess, beziehungsweise, wie ich ein Fan von Bess wurde. Bess und ich kennen uns vom Chor, und gelegentlich sitzen wir im Sopran nebeneinander. So auch letzten Montag, als Jonathan wieder einmal versuchte, durch das „Credo“ aus Beethovens Missa Solemnis zu kommen.

Es gibt da eine besondere Stelle in diesem Satz, der ansonsten überwiegend ein Fortissimo-Feuerwerk mit einer Menge Highnotes ist. Und diese Stelle ist piano und lyrisch und poetisch und alles, was einem sonst noch bei „geboren von der Jungfrau Maria“ einfällt.

Mitten in dieses wundervollste Pianissimo erklang in dieser Probe ein ziemlich lauter Furz, der von Bess gekommen war. Ich beschloss, es wie der Rest des Chores zu ignorieren, doch Bess wollte es dabei nicht belassen, riss den Arm hoch und rief: „OH, SORRY!!!!“

Ich wollte mich totlachen, und kam an diesem Abend nicht mehr zum hohen H, aber gleichzeitig dachte ich, wenn mir das passiert wäre, wäre ich vermutlich vor Peinlichkeit gestorben. Bess hingegen hatte das ganze extrem sportlich genommen und jedes Mal, wenn ich daran denke, muss ich lachen. Und außerdem kann ich nicht umhin, sie dafür irgendwie zu bewundern.

 

 

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