Als es mich zum ersten Mal nach London verschlug, hatte ich gerade mein Abitur gemacht. Ich hatte als Zeitungsschreiberin einen guten Batzen Geld verdient und es zog mich magisch nach England. Doch für die Landpomeranze, die ich damals war, war die britische Hauptstadt alles andere als der richtige Ort. Die Lautstärke, der Dreck, allein die Größe dieser Stadt waren zu viel für mein 19-jähriges Selbst, das auf Bäumen und halb im Wald aufgewachsen war.

Und ich verließ London früher als geplant, froh, aus diesem Chaos herauszukommen. Aber sehr bald stellte sich eine regelrechte Sehnsucht danach ein, wieder ins Flugzeug zu steigen, und London zu besuchen. Tatsächlich aber dauerte es fünf Jahre, bis ich mich zusammen mit einem damaligen Freund von mir wieder auf den Weg dorthin machte. Er war noch nie in London gewesen, und so spulten wir das klassische Touristenprogramm ab: Tower Bridge, London Eye, St. Paul’s, Chinatown, Phantom der Oper, und so weiter. Als ich zurückkam, wusste ich: Dort will ich leben. Nicht wegen der schönen Dinge, wegen Westminster und den Theatern, auch wegen der dreckigen, chaotischen Viertel. Ich war in die Stadt sozusagen hineingewachsen. Und heute, drei Wochen nach meinem Umzug weiß ich, dass ich am richtigen Ort bin. Ich habe eine Weile gebraucht, aber ich bin angekommen.

Wo zieht es euch hin? Egal, was es ist, ich kann nur sagen: Macht es!! Es lohnt sich!

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